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Komet (164)

Zwei Tage in der Wallonie

Klaus Peter Tilf-Bastogne-Tilf

Leider war ich der Einzige unseres Clubs, der die Fahrt nach Tilf zum Klassiker für Jedermänner "Tilf-Bastogne-Tilf" angetreten hatte. Am Samstag, nach zügiger Anreise, hatte ich mir vorgenommen die "Redoute" außer Konkurrenz zu fahren, da dieser Anstieg für den Sonntag wegen einer Parallelveranstaltung gesperrt war. Zwischen verpackten Heuballen, die versetzt den Anstieg zierten, ging es Steil (bis 20%) nach oben. Lediglich ein weiterer Radler war zeitgleich am Berg und so konnte ich den Anstieg genießen - zumal die Regenschauer eine kurze Pause einlegten.

tl_files/Komet-Bilder/FotoAlben/2011_tilf-bastogne-tilf/sportograf-19059601_lowres-1.jpgAm Sonntag ging es schon um 05:30 los, da ich in meinem Alter von einer etwas längeren Fahrzeit ausgegangen bin. 237 km innerhalb der offiziellen Streckenabnahme waren zu absolvieren und wirklich gut gefühlt habe ich mich am Anfang nicht. Es war relativ kühl, leichter Nebel im Tal und die ersten 30 km war ich fast alleine auf der Strecke.

Am ersten Anstieg (bis 21%) wurde ich dann erstmals überholt. Bis Bastogne folgte dann nur noch ein weiterer offizieller Anstieg, die dazwischen liegenden Hügel lässt man einfach unter den Tisch fallen! In größeren Gruppen ging es dann recht zügig bis Bastogne. Um 09:30, nach 100 km fühlte ich mich etwas besser, die Sonne strahlte und die Verpflegung war O.K. - das Rad lief "Rund". Allerdings war mir klar, was nun folgen würde.

Auf dem Rückweg nach Tilf würden mich gleich 5 Anstiege mit bis zu 21% und Längen von bis zu 3.800 m erwarten. Die Landschaft wurde immer schöner und am Col du Rosier war deutlich zu erkennen wo man sich befand. Phil und Philippe waren die gängigen Beschriftungen auf mehreren Anstiegen - womit der erfolgreiche Lokalmatador Philippe Gilbert gemeint war.

Klaus Peter

An einem der schwersten Anstiege wurde uns ein Getränk das Flügel verleihen soll gereicht, eine in dieser Situation sehr hilfreiche Geste. Die Abfahrten mussten wir aufgrund der teilweise schlechten Verhältnisse sehr vorsichtig angehen. Im vergangenen Jahr gab es einen Sturz mit Todesfolge und die Stelle war beim Passieren deutlich zu erkennen, da diese mit dicken Matten abgesichert war. Es wurden nun immer mehr Fahrer, da auch die Teilnehmer der kürzeren Strecken zu uns stießen und gemeinsam konnte man die doch lange, sehr angenehme Abfahrt bis nach Tilf in Angriff nehmen.

Diese wurde nur kurz durch den letzten leichten Anstieg Richtung Tilf unterbrochen. Ich war schon erstaunt, dass ich nach 230 km noch in der Lage war auf der Zielgeraden zu beschleunigen.

Nach 9 Stunden und 50 Minuten Nettofahrzeit war es vollbracht. Ein, zwei Kaffee am Ziel und dann die letzte Steigung zum Parkplatz, die dann schon schwerfiel - eigentlich hat man ja schon abgeschaltet.

Um 20:00 Uhr schon wieder bei der Familie zum Abendessen - was will man mehr!? Vielleicht finden sich im kommenden Jahr ein paar Mitfahrer - es wäre eine schöne Sache!

Klaus Peter

 

Fotos: Sportograf.com